Band 5

Band 5 – Bomben auf Büschdorf

In dem Buch wurden die zwölf Jahre der Nazidiktatur aufgearbeitet. Der Autor hat alle seine „Funde“ aus dieser Zeit hier aufgelistet. Es finden sich fast 500 Zeitungsartikel und Anzeigen über den Ort, viele Bilder aus der Landwirtschaft und eine Menge Informationen aus alten Akten wieder.

  1. Die Übernahme der Macht im Ort durch die Nazis im Gemeinderat. Gleichschaltung in allen Bereichen der Gesellschaft, wirtschaftlicher Aufschwung und politischer Druck auf Vereine.
  2. Propagandistische Ausgestaltung von Veranstaltungen für die später erkannten Ziele des Naziregimes.
  3. Errichtung eines Denkmals für gefallene Väter und Söhne des Ersten Weltkrieges unter Federführung der neuen Machthaber.
  4. Bau von Siedlungshäusern zur Bekämpfung der Wohnungsnot. Das Anlegen von neuen Straßen und die Ausbesserung bestehender Wege. Der Anschluss der Häuser an die zentrale Gas- und Wasserversorgung. Der Einsatz von Arbeitslosen.
  5. Schrittweise Vorbereitung der Bevölkerung auf die Folgen eines möglichen Luftkrieges. (Noch erhaltene Luftschutzkeller wurden „gefunden“).
  6. Eine alte Büschdorferin berichtet ausführlich über ihre Kinder- und Schulzeit, bis zu einmaligen Begebenheiten in ihrem Pflichtjahr am Ende des Krieges.
  7. Mühevolle körperliche Feldarbeit, von der Bestellung des Ackers bis zur Ernte, mit einer Vielzahl von Gemüsesorten in Büschdorfer Flur.
  8. Auswirkungen der intensiven Rüstungswirtschaft auf die Produktion in einheimischen Industriebetrieben.
  9. Nicht realisierten Projekte eines Heimes für die Staatsjugend und den geplanten Bau eines Schwimmbades.
  10. Schwierigkeiten bei der Errichtung des Kindergartens unter den Bedingungen des Krieges.
  11. Einsatz von Frauen in der Landwirtschaft, an Stelle der zur Wehrmacht eingezogenen Männer.
  12. Planung, Bau und Einrichtung des Arbeitslagers Halle-Ost in Büschdorf für ausländische Fremdarbeiter.
  13. Wie Ort und Einwohner Opfer des Krieges wurden, eine Auflistung der Schäden und Opfer. Besonders schwer hatte es die Familie Hiensch am Krienitzweg betroffen.
  14. Der Einsatz von Kriegsgefangenen in Betrieben, bei der Gemeinde und in der Landwirtschaft wurde dokumentiert. Auch deren Verhalten nach der Befreiung.
  15. Die letzten Kämpfe um Büschdorf, die Gefallenen und deren letzte Ruhestätte. Der Verfasser geht auch den Widersprüchen von verschiedenen Zeitzeugen nach, an welchem Tag für den Ort die Befreiung vom Faschismus kam.
  16. Schulpflichtige Kinder, heute schon längst Rentner, erinnerten sich an den Einmarsch der Amerikaner. Ihre ersten Maßnahmen im Ort und die Gabe von Schokolade an die Kinder.
  17. Suche russischer Fahnder gleich nach der Besetzung der Provinz Sachsen nach sowjetischen Spezialisten auf dem Gut Bardenwerper.
  18. Büschdorfer Männer, zur Wehrmacht eingezogen, berichteten an ihre Familien vom Leben und Sterben an der Front. In Wort und Bild sind einige Erlebnisse dokumentiert. Ein Vater bemühte sich vergeblich um die Rückführung seines gefallenen Sohnes in heimische Erde.
  19. Die zurückgebliebenen Angehörigen trauerten anfangs noch im Sprachgebrauch des Regimes um ihre Väter und Söhne. Gegen Ende des Krieges wurden die Begriffe wie: … „gab sein Leben für“, geändert in: „unsägliches Leid“, „unser einziger, hoffnungsvoller…“, usw. (40 Todesanzeigen von fast 80 gefallenen Büschdorfern wurden gefunden und wiedergegeben).
  20. Die Gemeinde ließ 1944 eine Ehrentafel für gefallene Büschdorfer auf dem Friedhof errichten. Ein Name fehlte zu diesem Zeitpunkt. Der Soldat hatte auf Kreta den Freitod gewählt.
  21. Im Buch ist für viele der genannten Personen und Handlungsorte ihre heutige Wohnanschrift hinzugefügt. Damit rücken die damaligen Ereignisse in unsere unmittelbare Nähe. Sie können die Ereignisse von damals sprichwörtlich „greifbar“ machen.

530 Abbildungen, 20 x 21 cm, 326 Seiten, Broschur. Halle 2015.

Der Band ist nicht im Buchhandel erhältlich. Nachdrucke können unter 0345 56 0 56 49 oder norbert.richter52@gmx.de bestellt werden.